Dortmunder Stadtwappen Seite von Rm Detlef Münch
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       Ältestes Adlersiegel 1270      Älteste Adlermünze 1451            Mulher 1610               Preußenadler                   

 

 

       1946 - 1955                                 Seit 1956                               1956 - 1966                               Seit 2005

 

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Der Adler ist seit dem Beginn der menschlichen Kultur ein Symbol für Kraft und Unsterblichkeit. Wie vor mehr als 700 Jahren so symbolisiert er im seit 1270 belegten Stadtsiegel auch heute noch die innere Stärke der Stadt und ihre Wehrhaftigkeit gegen all ihre Feinde von außen und innen. Der Dortmunder Adlerkrug bildet den Dortmunder Stadtadler, der 575 Jahre lang auf einem weißen und seit 1946 von der Stadt Dortmund auf einem gelben Wappenschild gebracht wird, in der aktuell seit 1956 gültigen und erstmals demokratisch legitimierten Form als Symbol der wehrhaften Demokratie ab.

 

 

 

Wappenhistorie

Spätestens seit dem Jahre 882 ist Dortmund als Throtmanni „Siedlung am gurgelnden Wasser“ (Emscher) oder „Siedlung der Trutzmänner“, später als Tremonia (lat.) und seit 1222 als Dortmunde (westf.= Düörpm) bekannt. Und seit der Verleihung der Rechte als Freie Reichsstadt spätestens 1232 wurde der rechtsblickende, einköpfige, rot bewehrte und bezungte Reichsadler der Hohenstaufen zuerst als Sekretsiegel, dem kleinen Siegel des Rates (belegt seit 1270), und später auch noch als Stadtwappen (belegt seit 1370) und als Flagge sehr wahrscheinlich auf den Hansefarben rot-weiß verwendet.

Im Unterschied zum späteren auch zweiköpfigen Reichsadler im kaiserlichen Wappen des Mittelalters war der Dortmunder Adler offiziell immer einköpfig und stets auf silbernem (weißen) Grund und erst durch Ratsbeschluss vom 24. September 1946 wurden die Farben der Weimarer und späteren bundesdeutschen Republik mit goldenem (gelben) Schild endgültig übernommen.

Von 1451 - 1760 und erneut beim Kriegsgeld 1917 wurde der Stadtadler auch stets für die Rückseite der Dortmunder Münzen verwendet. 

1802 verlor Dortmund seine Reichsfreiheit und damit auch sein Stadtwappen und übernahm erst 1815 mit Zugehörigkeit zu Preußen auch den preußischen Königreichssadler zuerst als Siegel und ab 1835 auch modifiziert als Wappen mit roten statt goldener Fängen und ohne die Reichsinsignien Zepter, Reichsapfel und Krone auf silbernem (weißen) Schild. Neben seiner überlangen Zunge war das Charakteristische an diesem Adler sein markantes Gefieder, das aus alternierend breiten und schmalen Federn bestand. 1871 wurden anlässlich der neuen Reichsgründung pompös zwei züngelnde Löwen als Schildhalter und aus der Napoleoneschen Heraldik des 19. Jahrunderts stammend eine Mauerkrone (als Hinweis, dass es sich um ein "Stadt"wappen handelt) mit einem Helm über dem Schild hinzugefügt. Diese wurden jedoch im Dreikaiserjahr mit den 2 gestorbenen Kaisern teilweise1888 und 1908 komplett wieder entfernt. Während  der Stadtadler stets auf Siegel, Siegelmarken und städtischen Briefköpfen immer auch die offizielle Form hatte, ist die Identifizierung als reguläres Wappen bis 1956 sehr schwierig, da der Adler materialbedingt auf Stoff, Metall oder Stein selbst im gleichen Entstehungsjahr recht unterschiedlich ausgesehen hat. Am ehesten für die offizielle Identifizierung scheint deshalb das Wappen auf der jeweiligen Stadtflagge geeignet zu sein.

Der Ursprungsadler von 1270 bzw. 1370 ist in den vergangenen 700 Jahren regelmäßig nach dem jeweiligen Zeitgeist modernisiert worden und besteht in der heutigen modernen Form (in den 1950er und 1960er Jahren auch mit abgesetzten Federn dargestellt) erst seit 1956. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Städten hat Dortmund seinen letzten, 120 Jahre "gültigen" preußischen Adler 1956 in eine moderne und sehr attraktive Version, die mit der graphischen Gestaltung seines Vorgängers nicht mehr viel zu tun hat, geändert.  Dieser neue, erstmals demokratisch legitimierte Adler ist als Symbol der wehrhaften Demokratie vor allem ein Symbol für die Wiederauferstehung und Metamorphose der 1944/45 völlig zerbombten (inneren) Stadt zu sehen, die sich damit nicht nur von ihrem alten Stadtadler sondern auch von ihrem historischen Stadtkern gelöst hat bzw. lösen musste. Da er sich mit der Darstellung von Gefieder und Zunge an den Vorkriegsadler anlehnt, ist der neue Adler allerdings auch ein Symbol für die Kontinuität in der geistigen Verbundenheit mit der ruhmreichen städtischen Vergangenheit der letzten 1100 Jahre.  Im Vergleich zum schlankeren Bundesadler ist der Dortmunder Adler deutlich üppiger und dadurch auch wesentlich ansehnlicher.  Eine erneute Modernisierung nach knapp 40 Jahren durch einen 30.000 DM teuren, recht unattraktiven Verschlankungsversuch des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Langemeyer ist glücklicher Weise im Mai 2002 am Widerstand des Rates gescheitert, wenngleich der Langemeyersche Diätadler zur aktuellen Haushaltssituation von heute durchaus passen würde.  Von 1982 bis zum Jahr 2004 wurde von der Stadt als Hoheitssymbol allerdings weniger das Stadtwappen sondern zwei unterschiedliche moderne DO-Logos mit dem Florianturm verwendet. Erst danach auf Bestreben von OB Dr. Langemeyer wurde ab Juni 2005  zwar nicht sein Diätadler sondern wieder das Stadtwappen von 1956, diesmal ergänzt  mit den rot-weißen Stadtfarben als Hoheitssymbol für das städtische Corporate Design genutzt. 

In Verbindung mit dem Namen „Stadt Dortmund“ ist das Wappen das geschützte Hoheitszeichen zur Repräsentation der Stadt bzw. seiner Behörden und besonders den im Außendienst tätigen wie dem Ordnungsamt oder der Feuerwehr.

Zum Andenken an die Stadt Dortmund ist das Wappen seit Beginn des 20. Jahrhunderts auf Postkarten, Porzellan, Bierkrügen, Zierlöffeln und Schmuck kommerziell vor allem nach 1956 von dem zunehmenden Tourismushandel verwendet worden.

Als Identifikationssymbol und als Zeichen der Verbundenheit mit Dortmund wird das Wappen heute auf T-Shirts, Aufklebern, Buttons oder Ansteckpins getragen. Das Wappen kann per städtischer Lizenz seit 1. Januar 2005 erstmals auch kommerziell genutzt werden. Da dies früher nicht der Fall war, weisen Artikel mit dem Stadtwappen in der Zeit von 1956 bis 2004 aus diesem Grund bzw. aus einer Art historisch-romantischen  Verklärung meistens die  Wappenversion von 1946 mit dem modifizierten Adler von 1835 auf, die sich auch heute noch auf der kommerziell am weitverbreitetesten Stadtflagge findet.

Seit 2005 hat die Stadtverwaltung ohne Beschluss des Rates eigenmächtig das reine gelb des Wappenschildes immer mehr durch Beimengung von Magenta verschmutzt, so dass es nicht mehr gelb, sondern ockerfarben wirkt, was allerdings außer dem Verfasser dieser Seite keinen im Rat zu stören scheint. 

 

 

Originalreproduktion des Dortmunder Stadtadlers nach dem Flaggenfragment um 1400 mit linksblickendem Adler im Dortmunder Museum für Kunst und Kultur-geschichte durch Sven Trösken für die Dortmunder Stadtwache. Es  könnte sich dabei tatsächlich um die Flagge handeln, die 1388/89 von der Dortmunder Stadtwache oder den 1368 gegründeten Dortmunder (Armbrust)Stadtschützen in der großen mittelalterlichen Fehde geführt wurde.

Dortmunds ältesten Wappenadler gibt es auch auf einem attraktiven Bierkrug aus Steinzeug mit dem ebenfalls 1388/89 zur Standfestigkeit der Dortmunder Bürgerschaft geprägten plattdeutschen Motto "So fest wie Dortmund". Mehr

  

 


Wappenbedeutung

Der Adler als „König der Vögel“ ist seit Urzeiten bekannt als ein Symbol für Stärke, himmelstürmende Macht, Wiederaufersteheung, Wehrhaftigkeit und Unbesiegbarkeit. Deshalb wurde er schon spätenstens von den Römern 100 v. Chr. als Heereszeichen verwendet und ist seitdem Vorbild als häufiges heraldisches Symbol vieler Wappen und Staatsembleme, auf denen er überwiegend als rechtsblickend (also "rechtens" zur "richtigen" Seite) dargestellt wird. Der Hohenstaufenadler wurde daher auch von vielen deutschen Städten im 13. Jahrhundert und nach 1701 auch der daraus hervorgegangene Adler des Königreichs Preußen als modifiziertes Stadtwappen verwendet, an den heute u.a. noch das österreichische Staatswappen erinnert.

Die lange Zunge des preußischen Adlers ist das wohl markanteste Unterscheidungsmerkmal zu anderen Adlerwappen. Die Zunge als Organ, welches das Wort erzeugt, symbolisiert Sprache aber auch Flamme, führt zu einer Vermenschlichung des  Wappentiers und könnte Verhandlungsbereitschaft bedeuten, bevor man die Waffen "sprechen" lässt. Eigentlich wird mit einer herausgestreckten Zunge jedoch eher Provokation und Aggression assoziert, was möglicher Weise bei der Gestaltung des Adlers auch eine Rolle gespielt haben könnte. 

 

 

Wappenliteratur

Meininghaus, August (1932): Wappen und Siegel der freien Reichsstadt Dortmund.

                   in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds u. der Grafschaft Mark 40: 1 - 42.

Luntowski, Gustav (1971): Kleine Geschichte des Dortmunder Rates.-

                  Stadtsparkasse Dortmund, 64 S.

Luntowski, Gustav et al (1994): Geschichte der Stadt Dortmund.- Harenberg, Dortm.

Historischer Verein Dortmund (Hrsg. 2001): Geschichte des Rates in Dortmund.- in:

                   Heimat Dortmund 1/2001

 

 

Wappenchronik

1500 v. Chr. Frühester Nachweis einer dichten Besiedlung in Dortmund

882 Früheste Erwähnung als Stadt

1232 Späteste Überlieferung der Benennung als Reichsstadt

1241 Früheste Erwähnung des Rates der Stadt

1270 Früheste Überlieferung des Stadtadlers

1293 Verleihung des Braurechts

1356 Dortmund wird Mitglied der Hanse und übernimmt deren Farben rot-weiß als 

          Stadtfarben

1370 Früheste Überlieferung des Stadtwappens (silbernes bzw. weißes Schild)

1451 Erste Dortmunder Münze mit Stadtadler

1760 Letzte Dortmunder Münze (mit Stadtadler)

1802 Verlust der Reichsstadtfreiheit und wappenlose Zeit bis 1835

1815 Preußischer Adler nur als Siegel

1835 Modifizierter Preußischer Adler mit roten Fängen und ohne die Reichsinsignien

         Krone, Zepter und Reichsapfel auf silbernem (weißen) Schild

1871 Hinzufügen von 2 züngelnden Löwen als Schildhalter und eines Helms mit

         Mauerkrone über dem Schild (teilweise noch bis 1894 verwendet)

1888 Entfernung der Schildhalter und des Helms

1908 Entfernung der Mauerkrone über dem Schild

1917 Kriegsmünzen mit Stadtadler

1946 Goldenes (gelbes) Wappenschild mit leicht modifiziertem Adler

1956 Modernisierter Adler

1982 DO-Logo mit Florianturm und Westfalenhalle als städtisches Hoheitssymbol

1994 Modernisiertes DO-Logo mit stilisiertem Florianturm

2005 Wiederverwendung des Stadtwappens von 1956 auf den rot-weißen Stadt-

         farben als Hoheitssymbol

2010 Eigenmächtiges Beimengen von Magenta in das gelbe Wappenschild durch

         die Stadtverwaltung ohne Zustimmung des Rates.

 

 

Das Stadtwappen als urbanes Identitätssymbol

im Wandel der Zeit

Vom 13. bis ins 18. Jahrhundert war neben dem Stadtwappen, das die Reichsfreiheit und später auch die Zugehörigkeit zur Hanse symbolisierte, vor allem der Stadtpatron Reinoldus das bedeutende Identifikationssymbol der Stadt. Erst  mit Verlust der Reichsfreiheit 1802 und nach der Zugehörigkeit zu Preußen ab 1815 und besonders nach der Reichsgründung 1871 kam dem Stadtwappen die wichtigste Bedeutung als Identifikationssymbol zu. Auch das Dortmunder und Deutschlands ältestes Rathaus wurde nach seiner Grundsanierung 1898 bis zu seiner Zerbombung 1945 zu einem bedeutenden Identitätssymbol der Stadt.

Nach 1945 waren bis in die 1970er Jahre nebem dem Dreiklang "Kohle, Stahl und Bier" und dem seit 1900 öffentlichen Bewusstsein als Bierstadt von Weltruhm vor allem die 1925 erbaute, 1944 zerbombte und 1952 neuerrichtete Westfalenhalle und der 1959 zur Bundesgartenschau entstandene, ursprünglich 219,6 m hohe Fernsehturm "Florian" in Verbindung mit dem Westfalenpark die Symbole der modernen Stadt. Aufgrund der Verwendung des Adlersmotivs in Verbindung mit dem Hakenkreuz während der Nazizeit  im gesamten öffentlichen Leben und auf den Partei- und Wehrmachtsuniformen hat die Stadt sich seinerzeit wohl gescheut, den Dortmunder Stadtadler offensiver als Identitätssymbol in das Bewußtsein der Dortmunder zu rücken und wollte später in den 80er Jahren ganz davon abrücken. Im Strukturwandel stand Dortmund dann jedoch ganz plötzlich ohne jegliche Indentifikationssymbole da, zumal die Stadt auch weg wollte von dem Image als Kohle- und Industriestadt und der längst nicht mehr zeitgemäße Florianturm musste seit 1984 noch weitere 20 Jahre lang im DO-Logo zwanghaft auch mit dem Westfalenpark zur Identitätsstiftung für "Die Großstadt im Grünen" herhalten. Zahlreiche Darstellungen des alten Rathauses auf Wandtellern, Gläsern und Krügen aus dieser Zeit zeugen ebenfalls von der Suche nach städtischer Identität. Mit dem Bau des Konzerthauses 2002 wurde sogar ein Fabeltier, ein geflügeltes Nashorn zum Stadtsymbol, das in der gesamten Stadt in "Lebensgröße" aufgestellt wurde und erst 2008 vom Dortmunder U, dem 1968 errichteten 9 m großen Buchstabenzeichen auf dem 1927 erbauten, 65 m hohen Gär- und Lagerhochhaus der Dortmunder Union-Brauerei in der Innenstadt abgelöst wurde.

 

 

1991 auch auf weißem            Logo 1982 - 1993                           Logo 1994 - 2004                Seit 1956 u. 2005       Schild von 1370 verwendet   

 

Heute sind im offiziellen Dortmunder Touristik-Shop neben BVB-Artikeln das geflügelte Nashorn und diverse U-Artikel die einzigen mit Symbolcharakter angeboteten Stadtsouvenirs. Das Stadtwappen ist mangels Nachfrage in dem Shop nicht mehr vertreten und ist heute zwar durch die städtische Corporate Design Kampagne durchaus ins Bewußtsein der Dortmunder gerückt und wohl in der 1125-jährigen Stadtgeschichte noch nie so weit verbreitet gewesen wie heute, aber als Identifikationssymbol verstehen es wohl die wenigsten. Heute identifiziert sich der Dortmunder viel eher mit dem BVB und sieht das U als das Wahrzeichen seiner Stadt. Das Stadtwappen findet sich neuerdings zwar wieder auf einigen BVB-Fanartikeln wie Schals und Flaggen und in einer modernen Designart auch auf T-Shirts und Pullovern, wo es allerdings mehr und mehr vom Dortmunder U verdrängt wird. Doch in vielen Kleingärten hängt wieder die Dortmund-Flagge mit dem preußischen Stadtadler von 1835 - 1955 auf dem gelben Schild von 1946.