FBI warnt:                                                                                                                                        Corona auch als Folge einer verfehlten Umweltpolitik und eines                                      umweltbelastenden Konsum- und Mobilitätsverhaltens ist erst der Anfang

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Inter-governmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) macht für die Corona-Pandemie und künftige weitere lebensbedrohende Pandemien durch exotische Mikroorganismen die welt-weite Zerstörung von Ökosystemen zur Gewinnung von Rohstoffen (u, a. auch für die E-Mobilität), Energieträgern und Nahrungsmitteln vor allem auch für unseren energieaufwendigen Konsum- und Mobilitätsstil (u. a. auch Flugreisen) sowie den damit verbundenen Klimawandel ver-antwortlich. 


IPBES fordert daher den Erhalt intakter Ökosysteme mit ihrer natürlichen Artenvielfalt sowie die Reparatur und Renaturierung  der durch menschliche Aktivitäten aus dem Gleichgewicht geratenen Ökosysteme, um das Auftreten infektiöser Krankheiten und Seuchen zukünftig zu reduzieren.

IPBES berät seit 2012 als zwischenstaatliches Gremium wissenschaftlich die 132 Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, zur biologischen Vielfalt (Biodiversität) und Ökosystemleistungen und hat seinen Sitz in Bonn.

So hat uns unser nichtnachhaltige, ressourcen- und energieaufwendige Lebensstil in die globale ökologische Krise geführt, sodass wir für die gesamte Weltbevölkerung und ihr Ressourcen-Budget eigentlich 1,75 Erden bräuchten, und wenn diese dann auch noch unseren Konsum- und Mobilitätsstandard hätte, sogar mehr als 3 Erden.

IPBES konnte in ihrem globalen Bericht für 2019 nachweisen:

„Die biologische Vielfalt und die Leistungen von Ökosystemen wie Nahrung, sauberes Wasser und Medizin sind für das Überleben der Menschheit essenziell. Dennoch verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch: Das Artensterben ist heute mindestens dutzende bis hunderte Male größer als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre. 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Meeresfläche sind stark verändert. Über 85 Prozent der Feuchtgebiete sind verloren gegangen. Die negative Entwicklung ist auf zahlreiche direkte Treiber wie beispielsweise Landnutzungsänderungen, Umwelt-verschmutzung und Klimawandel zurückzuführen.“ 

Aktuell warnen Forscher des IPBES und des UN-Umweltprogramms schon vor künftigen Pandemien durch noch unbekannte Mikrorganismen, wozu noch bekannte und unbekannte Tropenkrankheiten, die durch den Klimawandel vermehrt in Deutschland auftretende tropische Insekten (u.a. Mücken) übertragen werden, hinzukommen:   

„Mehr als 70 Prozent aller neu auftretenden Krankheiten (u. a. HIV, Ebola, Zika, Influenza, MERS, SARS, COVID-19) von denen Menschen betroffen sind, haben ihren Ursprung in wilden oder domestizierten Tieren. Pandemien können entstehen, wenn immer mehr Menschen in direkten Kontakt mit den Tieren kommen, die diese Krankheitserreger in sich tragen.  Ungebremste Abholzung, unkontrollierte Ausdehnung der Landwirtschaft, intensive Landnutzung, Monolulturen, Bergbau und Infrastrukturentwicklung sowie die Ausbeutung wildlebender Arten haben geradezu perfekte Bedingungen dafür geschaffen, dass Krankheitserreger von der Tierwelt auf den Menschen übergreifen.  

Menschliche Aktivitäten haben mehr als drei Viertel der Landfläche der Erde erheblich beeinträchtigt. Mehr als 85 Prozent der Feuchtgebiete gelten als zerstört; fast 75 Prozent des verfügbaren Süßwassers wie auch mehr als 30 Prozent der Böden werden für Ackerbau und Viehzucht genutzt. Rechnet man den unregulierten Handel mit Wildtieren und die explosionsartige Zunahme des weltweiten Flugverkehrs dazu, so wird deutlich, wie ein Virus, das einst harmlos unter einer Fledermausart in Südostasien zirkulierte, inzwischen mehr als 2 Millionen Menschen infizieren konnte, unsägliches menschliches Leid verursacht sowie die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben auf der ganzen Welt zum Stillstand gebracht hat. Es ist der unmittelbare menschliche Einfluss, der zur Entstehung von Pandemien wie COVID-19 entscheidend beigetragen hat.

Doch dies könnte nur der Anfang sein. Denn obwohl Tier-zu-Mensch-Krankheiten bislang schon schätzungsweise 700.000 Todesfälle pro Jahr verursachten, ist das Potenzial für zukünftige Pandemien noch viel größer. Man geht davon aus, dass bei Säugetieren und Wasservögeln noch immer 1,7 Millionen nicht identifizierte Viren existieren, die Menschen potenziell infizieren können. Jedes von ihnen könnte die nächste "Krankheit X" auslösen – möglicherweise sogar noch gefährlicher und tödlicher als COVID-19. 

Pandemien werden mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig häufiger auftreten, sich schneller ausbreiten, größere wirtschaftliche Auswirkungen haben und mehr Menschen töten, wenn wir jetzt nicht die richtigen Entscheidungen treffen.“ d. h, auch eine Änderung unseres bisherigen rücksichtslosen und oberflächlichen Konsum- und Mobilitätsverhaltes zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebensstil. 

„Die Reaktion auf die COVID-19-Krise verlangt von uns allen, dass wir uns mit den Eigeninteressen auseinandersetzen, die einem transformativen Wandel entgegenstehen, und dass wir das "business as usual" beenden. Wir können gestärkt und widerstandsfähiger denn je aus der gegenwärtigen Krise hervorgehen. Dazu müssen wir uns aber für Politiken und Maßnahmen entscheiden, die die Natur schützen – damit die Natur uns helfen kann, uns zu schützen.“ 

Eine Position, die der FBI-Ratsverteter der Freien Bürger Initiative Detlef Münch, der sich schon als Jugendlicher aus ökologischen Gründen entschieden hatte, keinen Führerschein zu machen, voll und ganz teilt und selbst versucht, mit gutem Beispiel einer umweltfreundlichen Lebensweise voranzugehen: "Denn wie dumm muss man sein, die eigene natürliche Lebensgrundlage durch ein gedanken- und rücksichtsloses Konsum- und Mobilitätsverhalten zu zerstören?"

1913 vor nun mehr als 100 Jahren stellte schon Hermann Löns (1866 - 1914) dazu fest:

                                                                                    „Die Natur ist unser Jungbrunnen;                                                                                                                                                                       schwächen wir sie, so schwächen wir uns,                                                                               morden wir sie, so begehen wir Selbstmord.“